Fuldaer Zeitung: Leserbrief „Verzerrtes Islambild“

„Verzerrtes Islambild“ (Leserbrief) –  Zum Leserbrief „Weltanschauliche Verwirrung“ von Gerd Kreß aus Kalbach, in der Fuldaer Zeitung vom 23.12.2014, Seite 4

Das Bild, das Nicht-Muslime in Deutschland und Europa vom Islam haben, wird beherrscht von muslimischen Extremisten und Terroristen. Problematisch ist daran, dass diesen hierdurch indirekt auch die Deutungshoheit über den islamischen Glauben zugesprochen wird. [Das geht soweit, dass Muslime, die solch fanatischen Auslegungen nicht nachkommen sowohl von diesen Extremisten, als auch von Nicht-Muslimen, häufig gar nicht als „richtige Muslime“ angesehen werden.] Befördert wird dieses verzerrte Islambild von fehlendem Wissen um die islamische Glaubenslehre und Geschichte. Und so lässt sich auch die aus wissenschaftlicher Sicht unsaubere Gleichsetzung der „Scharia“ mit dem „islamischen Recht“ erklären sowie die Auffassung, es habe im Islam nie Reformen gegeben. In diesem Zusammenhang ist auch der kritische aber gleichzeitig sehr respektvoll formulierte Leserbrief von Herrn Kreß zu verstehen, in dem er verschiedene Fragen an den Islam und mich persönlich als Muslim richtet. [Tatsächlich halte ich es für das größte Versagen der hiesigen Medienlandschaft, dass Debatten um den Islam meist zu Integrationsdebatten verkommen, in denen muslimische Religionsgelehrte und -wissenschaftler nie zu Wort kommen und kritische Fragen häufig abgewürgt werden.] Sehr gerne möchte ich versuchen, ihre Fragen im Detail zu beantworten. Da mir jedoch an dieser Stelle der Raum fehlt, möchte ich dies gerne in den nächsten Tagen auf meinem Online-Blog (www.qasir.de) versuchen. Vielleicht nur kurz zum Wertesystem der Scharia und des deutschen Staatsrechts: Tatsächlich finden sich die wichtigsten grundlegenden Werte der islamischen Scharia auch im Grundgesetz wieder. Der wichtigste islamische Wert ist die Glaubens- und Religionsfreiheit (auch wenn dies angesichts des Weltgeschehens paradox klingen mag). Und wer findet, dass er diesem in Deutschland nicht nachkommen kann, dem empfiehlt der Heilige Koran, in ein anderes Land auszuwandern (4:98) – das war auch die Praxis des Propheten Muhammad, als er in Mekka von den Polytheisten verfolgt wurde.

ABGEDRUCKT in der Fuldaer Zeitung vom 30. Dezember 2014 unter dem Titel “Verzerrtes Islambild” (in leicht abgeänderter, gekürzter Form)

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PS: Der Leserbrief von Herrn Kreß, sowie die Beantwortung der darin gestellten Fragen sind hier zu finden…

LINK: Weltanschauliche Verwirrungen Teil 1/3

LINK: Weltanschauliche Verwirrungen Teil 2/3

LINK: Weltanschauliche Verwirrungen Teil 3/3

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Über Volker Ahmad Qasir

Volker Ahmad Qasir, Fulda
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Eine Antwort zu Fuldaer Zeitung: Leserbrief „Verzerrtes Islambild“

  1. SalvaVenia schreibt:

    Wir Zeit, daß die deutschen Leitmedien von der Bildfläche verschwinden. Wenn man als kleines Beispiel nur mal betrachtet, wie SPIEGEL, BILD, WELT, FAZ,SZ und wie sie alle heißen, Kriege herbeischreiben und die verschiedensten Menschengruppen gegeneinander aufhetzen – das ist völlig unfaßbar und sollte m.E. auch strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

    Und auch das hier genante Beispiel ist dem Verständnis und gegenseitigen Förderung der Menschen eben genau nicht förderlich.

    Insofern erfüllt es mit großer Freude, die stetig und heftig sinkenden Verkaufszahlen der Printpresse verfolgen zu dürfen … 🙂

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